Lars Bastian: Dokumentarfilm ist der Wunsch, dem Zuschauer Wahrhaftigkeit zu vermitteln

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Gestern Abend war Lars Bastian von der Produktionsfirma public vision in der SAE Bochum für ein Meet the professionals. Zusammen mit Kathrin Gesenhues, eine seiner Mitarbeiterinnen, erzählte er den rund 15 Studenten und Dozenten etwas davon, was es heißt ein EB (Elektronische Berichterstattung)-Team zu sein und Dokumentationen, bzw. Reportagen zu drehen.

Lars Bastian selber ist der Kameramann, Producer, Autor und Leiter einer fünfköpfigen Teams, zu dem auch Katrin als Cutterin gehört, die für Fernsehsender oder Produktionen arbeiten, als EB-Team tätig sind und auch Lehrgänge anbieten. Das Besondere an Lars Bastians Tätigkeit: 2003 nahm er als VJ an einer Last Degree Expedition bei und drehte eine Dokumentation für VOX und RTL, zusammen mit dem RTL-Moderator Markus Lanz.

Erstmal jedoch erzählte Bastian den Zuhörern etwas über EB-Teams: “EB heißt, wir machen es für andere.” Dabei ging er auf ihre Aufgaben, Technik, die beruflichen Aussichten und auch die Herausforderungen, denen du dich als Mitglied eines EB-Teams stellen musst, ein. “Das ist grenzenlos und das ist jeden Tag was anderes. Das ist aber auch die Herausforderung.” Schnell wurde jedoch deutlich, dass es längst kein Zuckerschlecken mehr ist, sich als EB-Team durchzuschlagen. Viele der Sender bezahlen gerade genug, um über die Runden zu kommen.

Als nächstes erklärte Bastian genau, was es bedeutet, eine Dokumentation, bzw. eine Reportage zu drehen. Er erzählte etwas über die einzigartigen Anforderungen, die solche Drehs an einen selber stellen und über Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Denn obwohl beide Formen des Filmens dokumentarisch sind, ist es eben doch nicht ganz dasselbe. “Es gibt keine klare Abgrenzung, nur tendenzielle Unterschiede.”

Diese Form des Filmens birgt aber einige Anforderungen und verlangt dem VJ (Video Journalist) oder EB-Team einiges ab. Man muss nicht nur die Situationen hinnehmen, wie sie kommen, dokumentarische Filme sollen schließlich die Wirklichkeit abbilden, sondern auch der ökonomische Druck bei solchen Produktionen ist enorm hoch. “Den ökonomischen Druck bei solchen Produktionen darf man wirklich nicht unterschätzen.”

Zuletzt kam Bastian auf seine Expedition zum Nordpol zu sprechen. Schnell wurden allen Zuhörern jedoch klar, dass es alles andere als schön ist, als VJ eine Expedition zum Nordpol mitzumachen. “Last Degree” ist eine Expeditionsmöglichkeit, bei der man die letzten Kilometer zum Nordpol unter Normalbedingungen, ganz auf sich allein gestellt, zurücklegt. Man benötigt ein dreimonätiges Fitnesstraining, um sich vorzubereiten – und selbst dann ist das ganze noch extrem anstrengend, sowohl körperlich als auch psychisch. Jeder hatte einen 75 kg schweren Schlitten, in Lars Bastians Fall sogar zwei Schlitten, weil er das Kamera Equipment noch mitschleppen musste. “Ich wusste nicht, was mich da oben erwartete.”

Neben den körperlichen Anstrengungen bei -30° kamen auch noch Gefahren in der Wildnis der Antarktis dazu. Es lauern nur leicht zugefrorene Flüsse, Eiswälle und Eisbären. Die Kälte setzt einem wohl mit am meisten zu. “Das werde ich nie vergessen. Wie, wenn man eine starke Zigarette raucht, so kalt war die Luft.”, sagte Bastian und machte das Husten vor, das ihn überkam, als er das erste mal die kalte Luft einatmete. Auch, wenn es eine anstrengende und einzigartige Grenzerfahrung war, die Bastian am Nordpol gemacht hat, sei er froh sie gemacht zu haben.

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